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Legionellen - kein Grund zur Panik

Immer wieder in den Medien
Was sind Legionellen? - Was können Sie tun?


Was sind Legionellen?
Legionellen sind gut geschützte stäbchenförmige Bakterien/Krankheitserreger. Es gibt über 45 verschiedene Arten, wovon mindestens 17 für den Menschen gesundheitsgefährdend sind.

Wo treten sie auf?
Nach weltweiten Untersuchungen ist davon auszugehen, dass Legionellen als natürlicher Bestandteil in allen Süßwässern vorhanden sind. Nicht so jedoch in Meerwässern.
Im Grundwasser und Oberflächenwasser wie auch im kalten Trinkwasser sind sie extrem selten.
In wesentlich höheren Konzentrationen können Legionellen dagegen in Schwimmbecken, besonders Whirl-Pools, Klimaanlagen und Luftbefeuchtern enthalten sein. Ebenso anzufinden sind sie in Leitungssystemen von vorübergehend nicht genutzten Wohnungen bzw. saisonalen Anlagen (z. B. Campingplätze oder Ferienwohnungen) – also überall dort, wo Kaltwasser über längere Zeit in der Leitung gestanden und sich dadurch erwärmt hat.

Wie vermehren sie sich?
Legionellen mögen es warm. Sie können sich im Temperaturbereich 20 °C - 50 °C, optimal jedoch bei 35 °C - 45 °C vermehren. Ideale Bedingungen für eine Vermehrung von Legionellen herrschen auf feuchten Oberflächen, z. B. Rohren, Armaturen, dem Inneren von Klimaanlagen.

Wie nimmt der Mensch die Bakterien auf?
Die im Wasser vorhandenen Legionellen führen nur indirekt zu einer Gesundheitsgefährdung. Nur wenn das bakterienhaltige Wasser mit der Luft eingeatmet wird - wie z. B. beim Duschen oder in klimatisierten Räumen - besteht eine Gefährdung der Lunge.

Wer hat ein erhöhtes Infektionsrisiko?

  • Personen mit ausgeprägter Abwehrschwäche
  • Personen mit einer akuten Abwehrschwäche
  • chronisch Kranke (Lunge, Herz, Diabetes, entzündliches Rheuma usw.)
  • bettlägerige Menschen
  • Männer über 50 (häufiger als Frauen der gleichen Altersgruppe)
  • Personen mit chronischer Bronchitis
  • starke Raucher und Personen in Stresssituationen


Welche Krankheiten verursachen sie?
Die eingeatmeten Legionellen befallen die Lungenbläßchen und sorgen dafür, dass immer größere Teile der Lunge funktionsuntüchtig werden. Hauptsächlich unterscheidet man zwischen:

1. Pontiac-Fieber

  • grippeähnliches Krankheitsbild mit Müdigkeit, Kopfschmerzen, Fieber, Konzentrationsschwäche und Schüttelfrost
  • nach 2 - 5 Tagen folgenlose Genesung; die Lunge ist oft nicht beteiligt.


2. Legionärskrankheit (Legionellose)

  • zuerst ein dem Pontiac-Fieber ähnlicher Krankheitsverlauf
  • dann Husten ohne oder nur mit geringem Auswurf, Brustschmerzen, Atemnot
  • über 40 °C Fieber
  • Magen- und Darmstörungen, Appetitlosigkeit, Durchfall, Erbrechen
  • Verwirrung, Lethargie, gestörte Bewegungskoordination
  • wird die Legionellose nicht erkannt und bei mangelnder medizinischer Betreuung kann die Krankheit unter Umständen einen tödlichen Verlauf nehmen.


Welche Behandlungen gibt es?
Sollten Sie die vorgenannten Anzeichen feststellen, suchen Sie Ihren Hausarzt auf. Mittlerweile ist bereits durch einen Urin-Schnelltest eine Vordiagnose möglich. Je früher die Krankheit erkannt wird, desto erfolgreicher kann eine Antibiotika-Behandlung sein. Penicillin ist nicht wirksam gegen Legionellen.

Wie können Sie sich schützen?
Oberhalb der Temperaturgrenze von 55 °C sinkt die Nachweishäufigkeit der Keime deutlich ab. Über 60 °C sterben sie ab.

Bei Wohnhäusern besteht ein geringes Legionellen-Risiko.
Trotzdem ist es ratsam, den Inhalt von Heißwasserboilern in regelmäßigen Abständen auf 70 °C zu erwärmen.
Die Temperaturhaltung an den Verteil- und Steigleitungen der Warmwasserleitungen muss mindestens 55 °C betragen. Im Bereich der Kaltwasserleitungen sollte die Temperatur jedoch 20 °C nicht überschreiten.
Alle Kalt- und Warmwasserleitungen sollten isoliert sein, um einer Abkühlung bzw. Erwärmung des Wassers vorzubeugen.

Lange Verweildauer im Leitungsnetz fördert das Legionellenwachstum, also:
Vermeiden Sie zu lange Rohrlängen.
Nicht mehr genutzte Leitungsteile müssen unbedingt vom Netz getrennt werden.

Grundsätzlich gilt:
Lassen Sie Wasser- und Heizungsinstallationsarbeiten nur vom Fachmann durchführen. Er allein kann garantieren, dass die Ausführung nach den technischen Regeln erfolgt.

Vorsichtshalber sollten Sie in Ferienwohnungen, Hotels pp., wo Sie nicht wissen wie lange das Wasser bereits in den Leitungen steht, bei Dusche und Wasserhahn warmes Wasser ablaufen lassen, den Raum lüften und das Bad derweil verlassen.

 

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