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Mehr als 2500 Jahre...

Ein Blick in die Geschichte des Landkreises

 

Erste Spuren stammen aus der Eisenzeit. Bekannt ist, dass im Gebiet des heutigen Kreises Altenkirchen bereits um 500 v. Chr. die Kelten gesiedelt haben. Sie haben zu dieser Zeit bereits Erz gegraben und verhüttet....

 

Die als Bauern, Hirten, Eisen- und Hüttenleute lebenden Menschen waren sehr bodenständig. Selbst zur Zeit der germanischen Landnahme, die vielerorts das ethnografische Bild verändert haben soll, blieben sie bei ihrer Scholle und den Erzvorkommen.

 

Eng verbunden mit dieser „germanischen Invasion“ ist die Christianisierung des Landes an Sieg und Wied. Die Sieg aufwärtsziehend gelangten die christlichen Glaubensboten von Köln und Bonn aus in den westlichen Teil unseres Kreises. Triersche Missionare unter Bonifatius kamen von Osten bzw. Südosten. Aus dieser Zeit stammt eine der ältesten Urkunden unserer Heimat, da im Jahre 1148 der Erzbischof von Trier eine Schenkungsurkunde des deutschen Königs aus dem Jahr 913 bestätigte.

 

Der hiesige Raum gehörte im Mittelalter zum größten Teil zu der Grafschaft Sayn. Es war ein friedliches Land, dem das Fehde- und Raubritterwesen nur wenig zu schaffen machte.

 

Das 17. und 18. Jahrhundert brache viel Unglück über das Land. Der Saynische Erbstreit, der 30-jährige Krieg, der siebenjährige Krieg und die Französischen Revolutionskriege haben den Kreis Altenkirchen nicht verschont. Das einstmals geschlossene Territorium bot nun ein völlig zersplittertes Bild. Landesfremde, zumeist ungeliebte Fürsten regierten das Kreisgebiet aus weit entfernten Residenzen.

 

Im Wiener Kongress 1815 wurde die staatsrechtliche Vereinigung der rheinischen Gebiete mit Preußen beschlossen. Durch Patent vom 31.5.1815 wurden die nassauischen Erbländer an Preußen abgetreten und damit auch Teile unseres heutigen Kreisgebietes. Am 18. Mai 1816 entstand dann innerhalb des preußischen Regierungsbezirkes Koblenz der Kreis Altenkirchen, der bis heute in seinen Grenzen nahezu unverändert überdauert hat. In dieser preußischen Zeit nahm der Landkreis seinen Aufschwung. Das Gerichts-, Schul-, Post- und Straßenwesen wurde neu organisiert, ausgebaut und erweitert. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde der Kreis auch durch das Eisenbahnnetz erschlossen. Dadurch erfuhr die Entwicklung des Bergbaues und des Hüttenwesens einen kräftigen Schub. Die Preußen bemühten sich in dem waldreichen Kreis um den Forstbetrieb.

 

Einer der Urväter des deutschen Genossenschaftswesens, Friedrich-Wilhelm Raiffeisen, ist ein Sohn des Kreises Altenkirchen und war viele Jahre als Amtsbürgermeister im Kreis tätig.

 

Das 20. Jahrhundert brachte zwei Weltkriege, von denen insbesondere der Zweite auch über den Landkreis Altenkirchen viel Leid, Zerstörung und Not brachte. Die Kleinstädte Altenkirchen und Betzdorf wurden als Verkehrsknotenpunkte sehr stark zerstört. Nach dem Ende der Naziherrschaft wurde 1947 Rheinland-Pfalz geschaffen. Der Landkreis Altenkirchen kam im Rahmen des Regierungsbezirkes Koblenz zu diesem jungen Land. Als dann 1948 die Währungsreform durchgeführt und 1949 die Bundesrepublik Deutschland geschaffen wurde, begann auch hierzulande der politische und wirtschaftliche Wiederaufbau.

 

(Quelle: Regionalleitbild für den Landkreis Altenkirchen, Auszug)