Das Logo der Stadt Betzdorf

Eine Zukunft gibt es nur im Miteinander der Generationen

In Betzdorf wurde das 15. „Lokale Bündnis für Familien“ in Rheinland-Pfalz gegründet. Die ehemals vorhandene Bevölkerungspyramide (bestehend aus einem breiten Unterbau an Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen und nach oben sich stark ausdünnender Spitze an älteren und ganz alten Menschen) verändert sich stark zunehmend in einen auf der Spitze stehenden demographischen Baum. Das zeigt auch ein vom Kreis Altenkirchen in Auftrag gegebenes Gutachten zur demografischen Entwicklung, dass sich mit Rahmenbedingungen und Bevölkerungsentwicklungen und –veränderungen in den einzelnen Verbandsgemeinden beschäftigt.  Auch wenn dieses große Zukunftsproblem von vielen Menschen noch gar nicht richtig wahrgenommen wird, schlagen die Demographen, die sich in Gutachten und Untersuchungen mit dieser Gesellschaftsentwicklung beschäftigen, längst Alarm.

 

„Dieser demographische Wandel stellt unsere Städte und Gemeinden vor zunehmend große Probleme.“ Der ehemalige Bürgermeister Michael Lieber wurde in seiner Begrüßung zur Gründung eines „Lokalen Bündnisses für Familien“ im voll besetzten Barbarasaal der Stadthalle sehr deutlich: „Vor dem Hintergrund der schwierigen finanziellen Situation der Kommunen kommt es entscheidend darauf an, dass der bürgerliche Einsatz vieler unterschiedlicher Gruppen aktiviert wird, damit auch künftig die Strukturen unserer Gesellschaft bestehen können um allen zu dienen, - Kindern, Jugendlichen, Erwachsenen, Familien, alten Menschen gleichermaßen.“

151 Einladungen an die unterschiedlichsten Gruppen in der Verbandsgemeinde waren verschickt worden und eine große Anzahl waren bei diesem ersten Treffen vertreten. Von der Landeszentrale für Gesundheitsförderung aus Mainz war als außerordentlich kompetente Fachfrau die Leiterin der Servicestelle „Lokale Bündnisse für Familien“ Sabine Gaidetzka gekommen, die in ihren einleitenden Worten beschrieb, wo die Ansatzpunkte des künftigen Bündnisses liegen: „Die für Familien relevanten Bedingungen müssen vor Ort gestaltet werden, dort wo Familien leben und wohnen, wo sie Beruf und Familie zu vereinbaren suchen, wo Kinder aufwachsen und erzogen werden, alte und pflegebedürftige Angehörige betreut werden, der Erfahrungsschatz und das Wissen der älteren Generation für die Heranwachsenden nutzbar gemacht werden kann.“ Hier sind viele Gesellschaftsgruppen und Einzelpersonen aufgefordert, ihre kreativen Ideen zur Zukunftsbewältigung einzubringen, - gleichermaßen die Schulen, Kindertagesstätten, Unternehmer, Handelskammer, Kirchen, soziale Einrichtungen, Vereine, Selbsthilfegruppen, Wohlfahrtsverbände und viele mehr. Sabine Gaidetzka verwies stellvertretend auf sehr effektive Initiativen der großen Firmen Boehringer/Ingelheim, Schott in Mainz und der BASF, Ludwigshaven in Bezug auf bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie durch entsprechende Angebote an ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

„Haben wir denn überhaupt noch eine Chance...“

„...dieser demographischen Entwicklung entgegen zu steuern?“ Auf diese Frage eines Pressevertreters des Abends antwortete Sabine Gaidetzka kurz und bündig mit einer Gegenfrage“ „Ja, meinen sie denn, wir haben eine Alternative?“. Die wichtige Koordination des Netzwerkes eines neuen „Bündnisses für Familien – Miteinander der Generationen“ in Betzdorf hat ein Mitarbeiter der Verwaltung übernommen, der viele Probleme junger wie älterer Menschen sehr gut aus seiner langjährigen Tätigkeit kennt: Wilfried Wolf, Leiter des Fachbereiches Bürgerdienste wird sich intensiv dieser wichtigen Zukunftsaufgabe widmen und ihm zur Seite steht ebenfalls aus der Verbands-gemeindeverwaltung die Gleichstellungsbeauftragte und Sozialpädagogin Inka Theissen. Auch Wilfried Wolf verdeutlichte die Dringlichkeit der Umsetzung von Ideen mit eindringlichen Worten: „Im Jahr 2015 wird sich unsere Bevölkerungszusammensetzung stark verändert haben und wir sollten jetzt zügig alle Kräfte bündeln, die vor Ort sind, damit wir schnell zu einem realistischen und machbaren Ergebnis kommen, welches kurzfristig realisiert werden kann!“ Sabine Gaidetzka ergänzte dies mit dem Hinweis, sich dabei nicht zu verzetteln, „...denn weniger ist oft mehr. Am wichtigsten sind dabei die Kontakte der Generationen untereinander!“

Familienfreundlichkeit wird zunehmend ein wichtiger Standortfaktor...

...und entscheidet mit über künftige Zuzüge oder Abwanderungen aus der Region. Zukunftsweisende Maßnahmen sind deshalb

  • die Förderung von Familien (Stichwort Familienkompetenz stärken),
  • Rahmenbedingungen familien- und kinderfreundlich gestalten (Stichwort Arbeits- und Lebensbedingungen, Wohnumfeld)
  • ein familienfreundliches Klima schaffen und stärken in einer Zukunftsgesellschaft, wo nicht Egoismus und soziale Kälte vorherrschen, sondern Fürsorge und Verantwortung im gemeinsamen Miteinander
  • Kurzzeitbetreuung für Kinder und Kinderbetreuung in Notsituationen der Eltern oder des Alleinerziehenden anbieten
  • Kinderbetreuungsangebote während der Arbeitszeit der Eltern bzw. des alleinerziehenden Elternteils in Unternehmen anbieten und
  • ehrenamtliches und bürgerschaftliches Engagement in diesem Sinne initiieren und fördern.

Dabei wird in Zukunft unerlässlich sein, dass bisherige Gesellschaftsstrukturen, die durch das altbekannte Schubladendenken „Die Jungen für sich - die Behinderten für sich - die Alten für sich“ gekennzeichnet sind, schnellstmöglich durch zukunftssichere neue Konzepte des Miteinanders zu ersetzen. Dies sind z.B.

  • Ausbau von generationsübergreifenden, neuen Wohnformen
  • Aufbau eines „Wegweisers für Senioren und Alleinstehende“ – wer hilft mir weiter?
    Austausch über Kultur, Musik, Lebensformen bzw.
    –Inhalte und Wertvorstellungen über Generationsgrenzen hinweg,
  • Mitwirkung beim dringenden Aufbau eines nachbarschaftlichen und bürgerschaftlichen Austausches nach dem Motto „Weißt du, wie’s deinem Nachbarn geht?“
  • Betreutes Wohnen und Fördern von Wohngemeinschaften.

Als erstes Ergebnis der Gründung des Betzdorfer „Lokalen Bündnisses für Familien – Miteinander der Generationen“ wurden von den Anwesenden bereits zahlreiche Ideen und Konzepte vorgeschlagen, die im Rahmen eines Netzwerkes zusammengefasst werden sollen. Informationen zur weiteren Entwicklung des lokalen Bündnisses und den Inhalten und Ergebnissen der Arbeitsgruppen „Familie und Beruf“ und „Miteinander der Generationen“ erhalten Sie aktuell immer hier.

 

Ansprechpartner:

Inka Theissen

Hellerstraße 2

57518 Betzdorf

Telefon: 02741 291-411

Telefax: 02741 291-173

E-Mail: inka.theissen@betzdorf.de