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Am 16. Juli fährt das erste Auto durch den Tunnel

Bericht aus der Siegener Zeitung vom 10. Juni 2006: Angesichts des „aufwändigsten und spektakulärsten" Kreisel-Projekts in ganz Rheinland-Pfalz wollte der neue Wirtschafts- und Verkehrsminister Hendrik Hering (SPD) dann auch persönlich und vor Ort verkünden, wann das erste Auto durch den Tunnel fahren kann. Nach mehr als zwei Jahren reiner Tunnelbauarbeiten wird die „Röhre" des Siegkreisels am Sonntag, 16. Juli, für den Verkehr freigegeben, berichtete der SPD-Politiker gestern Morgen in Betzdorf. An diesem Wochenende soll in Zusammenarbeit mit der Stadt eine große Eröffnungsparty rund um den St.-Barbara-Tunnel steigen.

 

Wenn die Arbeiter die Baustelle in wenigen Wochen verlassen, dann können sie auf beeindruckende Zahlen zurückblicken. Um den 378 Meter langen Tunnel zu bohren, wurden 36 000 Kubikmeter Gestein mit Hilfe von 50 Tonnen Sprengstoff bewegt. Allein 1000 Tonnen Betonstahl, 9500 Kubikmeter Spritzbeton und 6600 Kubikmeter Innenschalenbeton wurden verbaut. Alles zusammen gerechnet hat der Siegkreisel 14,3 Mill. Euro gekostet.
Und hier hatte Hering auch noch ein Lob für seinen Vorgänger Hans-Artur Bauckhage übrig: Der habe es schließlich geschafft, dass die gesamte Maßnahme vom Bund finanziert werde. So freue er sich über die Entlastung des Landeshaushalts. Hering erinnerte gestern an die großen Investitionen in die Sicherheitstechnik. Allein 1,2 Mill. Euro wurden dazu verwendet, „dass sich die Nutzer sicher fühlen können".
Bei einem Unfall kann der Tunnel z. B. sofort per Ampelanlage gesperrt werden, Der Verkehr würde dann automatisch umgeleitet. Sollte in der Technik ein Problem auftreten, wird die Wartungsfirma in Marsch gesetzt. Außerdem hat die Rettungsleitstelle jederzeit Zugriff auf die Anlagen, soll heißen: die Feuerwehr kann mittels Kameras sofort eine mögliche Gefahrenlage analysieren.
Verkehrsminister Hering räumte ein, dass mit dem Siegkreisel nicht alle Probleme in Betzdorf gelöst seien. Zwar werde dieser zu einer deutlichen Entlastung führen, gleichwohl müssten „großräümige Lösungen" weiter verfolgt werden. Um direkt allen vorschnellen Hoffnungen entgegen zu wirken, erinnerte der Gast aus Mainz anlange Planungszeiten und äußerst hohe Kosten", wobei letztere die größeren Schwierigkeiten bereiten würden.
Nach Angaben von Baudirektor Peter Moritz vom Landesbetrieb Straßen und Verkehr in Koblenz werden momentan die Unterlagen für ein Planfeststellungsverfahren für die so genannte Brüderle-Trasse und eine Ais-dorfer Ortsumgehung vorbereitet. Im ersten Halbjahr 2007 könnte das Verfahren dann in die Wege geleitet werden. Für die Brüderle-Trasse stehen Kosten von 46 Mill. Euro im Raum, für Aisdorf nochmals 11 Mill. Euro. Baurecht solle für das komplette Paket geschaffen werden, teilte Ulrich Neurot vom Verkehrsministerium mit.
Wenn am 16. Juli der Tunnel freigegeben wird, heißt das nicht, dass die Arbeiten für den Siegkreisel komplett abgeschlossen sind. Vier bis fünf Wochen wird es anschließend noch dauern, bis die nicht .überdachte" Fahrbahn hergestellt ist. So lange fließt der Verkehr hier nur einspurig. Mitte August werden dann jene Arbeiten endgültig fertig sein, die im März 2001 mit der Verlegung der Kruppstraße begonnen hatten.

 

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