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Siegkreisel Tunnel für den Verkehr freigegeben

Betzdorf atmet seit dem 16. Juli 2006 auf. Weniger Autoabgase und weniger Straßenlärm wird es in Zukunft geben. Und das Wichtigste: Der Verkehr in der Stadt wird nun flüssiger. Der Barbaratunnel ist für den Verkehr freigegeben.

 

Eingeweiht wurde am 16. Juli 2006 der 378 Meter lange Barbaratunnel in Betzdorf. Er ist Bestandteil des Siegkreisels. Für über 14,3 Millionen Euro hatte der Bund dieses Projekt finanziert. Es ist vermutlich sogar bundesweit der einzige Kreisel, der durch einen größeren Tunnel führt.

Für die Betzdorfer war es ein Volksfest. Die Einweihung wurde umrahmt von einem Frühschoppen zu dem die Stadtkapelle aufspielte. Viele Bürger strömten herbei. Sie hatten letztmalig die Chance, zu Fuß durch den Tunnel zu gehen. Das wurde eifrig genutzt. Aber auch am Abend kamen wieder viele Schaulustige vorbei. Sie wollten nun den Tunnel sprichwörtlich erfahren. Die Bürger der Region haben so den Tunnel gleich angenommen.
Kurz und zügig verlief am Mittag die offizielle Einweihung. Peter Moritz, Leiter Landesbetrieb Straßen und Verkehr Koblenz (LSV), begrüßte zahlreiche Gäste zur Eröffnung, darunter viele Vertreter aus der Politik. "Es ist ein bedeutender Tag für Betzdorf", fand Moritz. Sein besonderer Dank galt der Tunnelpatin Petra Pfeiffer-Lieber. "Die Patenschaft stand unter einem guten Stern. Die Bauarbeiten verliefen ohne größere Probleme und unfallfrei."

Moritz' Dank galt aber auch den Anwohnern und Verkehrsteilnehmern für ihr Verständnis für die Belästigungen während der Bauarbeiten.
Doch diese Belästigungen sind noch nicht vorbei. Der Tunnel ist eröffnet, aber nun wird im Außenbereich gearbeitet. Der gesamte Straßenbelag wird erneuert. Teilweise wird dabei in Nachtschicht gearbeitet. Rundum fertig sein soll der gesamte Kreisel dann Mitte August.
Ministerialdirektor Wolfgang Hahn vom Bundesverkehrsministerium zeigte sich beeindruckt von der Kreisellösung mit dem Tunnel, um die Verkehrsprobleme in den Griff zu bekommen. "Eine gute und sehr pfiffige Lösung hat man da mit dem Ringverkehr gefunden. Das geht sicher in die Straßengeschichte des Landes ein."

Für Hahn ist die B 62 eine ganz wichtige Verbindung. Und die Ortsdurchfahrt Betzdorf sei da mit der Zeit zu einem Hindernis für den freien Verkehr geworden. Die Anwohner hatten unter Lärm und Abgasen zu leiden. Mit dem Kreisel und Tunnel werde sich das nun ändern. Beeindruckend für den Ministerialdirektor waren auch die Zahlen zu dem Bauwerk. 36 000 Kubikmeter Erde wurden weggeschafft und 1000 Tonnen Betonstahl verbaut. Ebenso sei das Bauwerk mit modernsten Sicherheitseinrichtungen versehen. "Es ist ein schöner Tag für Betzdorf", fand Hahn abschließend.
Der rheinland-pfälzische Verkehrsminister Hendrik Hering freut sich, dass Betzdorf nun diesen außergewöhnlichen Kreisel hat. "Kreisverkehr mit Tunnel hat sonst niemand", meinte der Minister. Und die Betzdorfer hätten es auch verstanden, diese Eröffnung zu feiern.
Das Bauwerk in rund zwei Jahren zu erstellen, das sei schon sehr ambitioniert gewesen, so Hering, der sich besonders freute, dass der Bund das gesamte Projekt für 14,3 Millionen Euro finanziert hat. "Das war eine sehr kluge Entscheidung." Und es sei auch gut, dass diese Bundesgelder im Aufsteigerland Rheinland-Pfalz investiert würden. Da lohne sich das. Hering wünscht sich mehr solcher Entscheidungen auf Bundesebene für Projekte in Rheinland-Pfalz.

Für den Minister ist Mobilität ein wichtiger Standortfaktor. So brauche man neben Investitionen in Bildung und Innovationen auch eine gute Verkehrsinfrastruktur. "So bleibt für mich Mobilität eine wichtige Zukunftsaufgabe. 500 Millionen Euro wird das Land in den kommenden fünf Jahren für die Verkehrsinfrastruktur ausgeben", so der Minister.
Besonderer Dank von Hering galt seinem Vorgänger Hans-Artur Bauckhage im Amt als Verkehrsminister. Der habe sich stark für das Projekt eingesetzt. Die Betzdorfer wussten es mit Beifall zu würdigen.

Seit dem 16. Juli 2006 fließt nun der Verkehr durch den Tunnel. Viele Bürger nutzten den freien Sonntag, um einmal zu sehen, wie sie nun in Zukunft durch Betzdorf fahren müssen.

Bericht aus der Rhein-Zeitung vom 17. Juli 2006

 

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