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Das alte Feuerwehrhaus im Rainchen
Aufgrund des raschen Wachstums Betzdorfs in den zurückliegenden Jahrzehnten war die Gründung einer eigenen Feuerwehr nur eine logische Folge. Bereits ab 1882 gab es eine eigene Feuerspritze, die im Brandfall von ansässigen Handwerkern bedient wurde. Im Jahre 1901 wurde die Freiwillige Feuerwehr Betzdorf gegründet, zur Gründung stellte der Gemeinderat 2000 M. bereit. Die Unterkunft mit einem Übungsturm befand sich ab 1903 auf dem Äuchen hinter der alten Schule.
Nachdem sich auch der Ort Bruche rasant vergrößerte, stellte man dort 1912 den Löschzug II auf. Am Eingang zum Rainchen wurde dann 1925 das erste Feuerwehrhaus gebaut, in das der Feuerwehrturm vom Äuchen als Übungsturm, aber auch zum Trocknen der Schläuche, integriert war. Das Feuerwehrhaus verfügte als erstes Gebäude im Kreis Altenkirchen über eine Spannbetondecke, die der damalige Amtsbaumeister Peter Reuter geplant hatte. Ein Übungsplatz stand ebenfalls zur Verfügung. Dafür war aber der offen vor dem Feuerwehrhaus verlaufene Rainseifen unter die Erde verlegt worden. Die Anforderungen an die Feuerwehr stiegen im Laufe der Jahrzehnte und das Gebäude wurde ab 1976 durch die neu in Betrieb genommene Feuerwache an der Friedrichstraße ersetzt.
Im Turm hing eine kleine Glocke, die mit ihrem Klang die verstorbenen Feuerwehr-leute auf ihrem letzten Weg begleitete. Sie stammte ursprünglich aus Gebhardshain, hing dann in der Notkirche, die vor dem Bau von St. Ignatius am heutigen Standort des Rathauses stand. Diese Glocke findet man heute noch im Neuen Feuerwehrhaus.
Deutlich ist auf alten Postkarten aus den 1930er Jahren zu erkennen, dass der Straßenverkehr zu dieser Zeit noch recht dürftig war: Kinder und auch Kleintiere konnten sich recht gefahrlos auf der Straße aufhalten.
Eine Besichtigung des Gebäudes ist heute leider nicht mehr möglich.
Text: Ernst-Helmut Zöllner, Vorsitzender Betzdorfer Geschichte e.V.
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