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Lebensqualität bis zum Tod
Wer unheilbar krank ist, der braucht umfangreiche Hilfe, um in Würde sterben zu können und bis zum Schluss noch eine möglichst gute Lebensqualität zu haben. Erstmals wurden nun in einem Wegweiser die vielfältigen Informationen für Betroffene zusammengestellt.
Beim Sterben und der Begleitung unheilbar Kranker fühlen sich viele Menschen oft alleine gelassen und hilflos. Sei es als Betroffener oder als Angehöriger. Doch auch in unserer Region gibt es viele Hilfsangebote für diese Menschen. Vielen sind sie aber nicht bekannt.
Selbst Dr. Volker Thielmann aus Kirchen, der mit weiteren Mitgliedern einer Arbeitsgruppe den Wegweiser erstellte, war überrascht, was es da an Unterstützung gibt. Manche Angebote habe er selbst noch nicht gekannt. Die Arbeitsgruppe Palliative Care stellte gestern den Wegweiser in Kirchen vor.
Aufgeführt sind umfangreiche Angebote im Oberkreis Altenkirchen und Wissen. Es ist eine Handreichung vor allem für Betroffene und Berufsgruppen, die mit dem Thema Sterbebegleitung befasst sind. In der Arbeitsgruppe arbeiteten neben Thielmann mit: Dr. Katrin Salveter (Wissen), Anja Schneider-Schuhen (Ambulante Hospizgruppe Caritas Betzdorf), Karin Neuhausen (Beko Betzdorf/Gebhardshain), Kerstin Lamm (Sozialdienst DRK-Krankenhaus Kirchen), Dr. Cornelia Becker (Palliativstation Krankenhaus Kirchen) und Elisabeth Vetter (Pflegefachkraft für Palliativmedizin bei der Sozialstation Betzdorf/Kirchen.
Thielmann erläuterte die Broschüre und den Begriff Palliative Care. Es geht um eine umfassende Behandlung und Betreuung von Menschen mit unheilbar, akut lebensbedrohlichen oder chronisch fortschreitenden Krankheiten. Ziel ist es, den Patienten eine möglichst gute Lebensqualität bis zum Tod zu ermöglichen. Palliative Care sei eine Kassenleistung, so Thielmann. Aber in ländlichen Regionen werde das blockiert, da die Kassen wollen, dass eine Pflegekraft oder ein Arzt nur im Palliativbereich tätig ist. Doch das sei nur in Großstädten möglich. Aber der Arbeitskreis will helfen und wird hier tätig.
Palliative Care respektiert das Leben und seine Endlichkeit, achtet Würde und Autonomie des Patienten, strebt die optimale Linderung von Schmerzen, Atemnot, Übelkeit und Angst an. Palliative Care ist eine Hilfe, die stets auf professionelle Kenntnis und Arbeitsweisen angewiesen ist und erfolgt so weit möglich am Ort, den der Patient sich wünscht.
Die gedruckte Form ist nicht zur breiten Verteilung gedacht. Gezielt sollten Betroffen bei ihrem Hausarzt, dem ersten Ansprechpartner zur Begleitung der Patienten in palliativen Situationen, nachfragen. Auch Pflegedienste geben Auskunft. Den Wegweiser können Sie hier als pdf-Datei herunterladen [196 kb].
Bericht aus der Rhein-Zeitung vom 23. September 2010
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